Seidenschwanz

Der Seidenschwanz sucht in kalten Wintern die Südseite der Alpen auf; hier fotografiert bei der Mittelschule St. Martin. Foto: Oswald Gufler


Seidenschwanz

Ein seltener Wintergast

Im heurigen Winter hielten sich regelmäßig Trupps von Seidenschwänzen in Südtirol auf. Zweimal gelang es diese exotisch anmutenden Vögel auch im Passeiertal nachzuweisen.

Am 2.2.2013 fotografierte Manfred Pixner zwei Exemplare oberhalb der Egger-Grub-Alm auf einer Lärche, am 10.3.2013 entdeckten Andreas Lanthaler und Arnold Rinner einen Seidenschwanz im Schulgelände von St.Martin, der sich über die Beeren des Gemeinen Schneeballs hermachte.

Ungewöhnlich ist das Auftauchen dieser ca. 18 cm großen Wintergäste in unseren Breiten allemal, denn Seidenschwänze sind Brutvögel, die im hohen Nordosten Europas ihre Heimat haben. Wie auch Tannenhäher oder Bergfinken sind Seidenschwänze sogenannte Invasionsvögel, die in manchen Jahren massenhaft aus ihren im Norden Skandinaviens gelegenen Brutgebieten abwandern. Dabei fliegen sie bis nach Mitteleuropa und überqueren dabei sogar die Alpen. Die Ursachen dieser Massenwanderungen sind noch nicht vollständig geklärt. Die besten Einflugjahre in unseren Breiten folgen in der Regel auf Sommer mit sehr gutem Bruterfolg. Ist im Herbst der Speiseplan der Vögel nur spärlich mit Beerenfrüchten gedeckt, und verschärft früh einsetzender Schneefall und Frost die Nahrungsknappheit zusätzlich, sind die Seidenschwänze gezwungen in südlichere Länder auszuweichen, um Nahrungsquellen zu finden. Fast ausschließlich verspeisen die Tiere im Winter Früchte und Beeren. Neben Eberesche, Ligusterbeeren, Beeren des Gemeinen Schneeballs, Hagebutten, Äpfel und Birnen mögen sie ganz besonders auch die Früchte der Misteln. Im Sommer ernähren sich die Tiere komplett von Insekten, vor allem von Mücken.

In der Regel tauchen die Vögel in Trupps von 10 bis 50 Vögeln, manchmal aber auch 200 und mehr, auf und machen sich über Bäume und Sträucher her. Wegen ihres geradlinigen, in flachen Wellenbewegungen verlaufenden Fluges und der schnellen Flügelschläge erinnern die auftauchenden Vögel oberflächlich an Starenschwärme. Leicht zu bestimmen sind die Tiere an der langen kastanienbraunen Kopfhaube, am schwarzen Strich durch das Auge und am gelbspitzigen Schwanz. Wegen ihres schönen Gefieders, aber auch wegen ihres oft recht vertrauten Verhaltens zählen die geselligen Tiere zu den beliebtesten Motiven bei Tierfotografen. Zu viel Nähe vertragen die Seidenschwänze aber trotzdem nicht. Tritt man ihnen zu nahe, flüchten sie in hohe Baumkronen oder streichen ab.
Größere Seidenschwanzvorkommen wurden im heurigen Winter bei Hafling, in Lajen, bei Bruneck und im Raum Obervinschgau verzeichnet.

Arnold Rinner

Herbert Pixner Projekt
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Seidenschwanz
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2. Martiner Faschingsrevue
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Treffer 211 bis 237 von 237
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