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Prozession am Wasser

Wans (1.294 m)

Bei gutem Wetter mag die grandiose Aussicht darüber hinweggetröstet haben, dass der Aufstieg auf den Jaufenpass mühsam und langwierig war. Das galt für beide Seiten, ob man nun vom Passeiertal in Richtung Norden, oder umgekehrt in südliche Gebiete wollte. Manchmal wartete am oberen Ende auch der gefürchtete Nebel, der jedes Vorwärtskommen noch beschwerlicher machte.
Der Name „Jaufen“ leitet sich vom lateinischen Wort für „jugum“ ab, was Joch, Bergübergang heißt. Begangen wurde der Bergkamm nachweislich bereits von prähistorischen Vorfahren.
Auch der Weg von Warentransporteuren, Kaufleuten, Adeligen, Wallfahrern, Rittern, Bauern und Soldaten führte über den Pass, doch nicht immer überstanden sie ihn unbeschadet. Legendär ist der Unglücksfall, der 1342 in die Geschichtsbücher Eingang gefunden hatte, als Kaiser Ludwig der Bayer wegen der bevorstehenden Vermählung seines Sohnes Ludwig mit der Landesfürstin von Tirol Margarethe Maultasch über den Jaufen zog. Mit im prächtigen Gefolge waren zahlreiche Adelige, drei Bischöfe und die Söhne des Kaisers. Doch eines der Pferde kam zu Sturz und der Freisinger Bischof verunglückte tödlich. Kein gutes Omen, denn eben dieser Bischof hätte die erste Ehe Margarethes mit Heinrich von Böhmen annullieren und den neuen Bund fürs Leben mit Ludwig schließen sollen. Nun war guter Rat teuer, denn die beiden anderen Bischöfe konnten diesen Fingerzeig Gottes nicht übergehen. So annullierte Kaiser Ludwig höchstpersönlich die erste Ehe, was Papst Clemens VI. wiederum nicht auf sich sitzen lassen konnte. Dies führte schließlich zu weitreichenden Konsequenzen für die Neuvermählten und für das ganze Land Tirol.
Seit 1912 ist es nun auf der neuen Jaufenstraße wesentlich einfacher, auf die jeweils andere Seite des Berges zu gelangen. An dieser Straße liegt auch das beschauliche Dorf Walten, das den Ausgangspunkt für die landschaftlich sehr lohnende Wanderung nach Wans zur kleinen St.-Johannes-Kirche bildet. Diese befindet sich unmittelbar neben dem Wanser Hof. Das einfache Gebäude wurde 1818 erbaut, bestehend aus einem Tonnengewölbe, Rundfenstern und einem Spitzturm. Der Hochaltar zeigt ein Bild des heiligen Johannes von Nepomuk, dem die Kirche geweiht ist. Der Erbauer hatte sich für das Kirchweihfest etwas besonders Feierliches einfallen lassen, was bis heute so beibehalten wird. Bei einer eindrucksvollen Prozession wird die Statue des Johannes von Nepomuk in das Wasser des Baches getaucht und wieder daraus geborgen. Auf einem Paradebett wird er zur Kirche von Wans getragen und bei dieser Zeremonie wird auch der Bach gesegnet.
Allerdings wird die Prozession erst am 24. Juni, dem Fest des hl. Johannes d. T. gefeiert, denn am 16. Mai, dem Fest des hl. Johannes von Nepomuk, ist die Gegend nicht immer schneefrei.

Wegbeschreibung: Von Walten (1.294 m) der Beschilderung „Waltner Rundwanderweg“ Nr. 18 bis zum Wanser Hof (1.417 m) folgen. Auf demselben Weg zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Walten

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ Stunden

Höhenunterschied: 123 m

Schwierigkeit: Leicht, bis zum Wanser Hof

Jahreszeit: Auch im Winter geeignet

Extras: Einkehrmöglichkeit: im Wanser Hof nebenan Dort wird auch der Schlüssel für die Kirche ausgehändigt.
Tipp: Wer eine längere Wanderung machen möchte, kann dem gesamten Rundweg folgen (Gehzeit insgesamt 2 ½ - 3 Stunden).

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