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Fromme Pilger und kleine Wunder

Wallfahrtskirche in der Mörre (597 m)

Die Entstehung der Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau“ in der Mörre, etwas außerhalb von St. Martin, wird auf eine unerklärliche Begebenheit zurückgeführt, die den Mörrer-Hof-Bauern und Bauerndoktor Matthias Pichler im Jahr 1750 veranlasste, auf seinem Grund eine Kapelle zu errichten. Der Legende nach hatte der Bauer von einem Wanderhändler ein Marienbild erworben und da er sich auch im Heilen von Krankheiten und Verarzten von Wunden besonders gut verstand, kamen viele Hilfesuchende zu ihm und alsbald auch zum Gnadenbild. Weil der Zustrom immer größer wurde, ließ Matthias Pichler bereits zwei Jahre später die Kapelle erweitern und 1764 wurde sie ein weiteres Mal vergrößert. Doch Wunder und Wallfahrer blieben allmählich aus und die kirchenpolitischen Maßnahmen Josephs II. führten letztendlich dazu, dass die Kapelle verwahrloste.
In der Mitte des 19. Jh. ermöglichten dann „lauter Gutthäter“ die Erweiterung zum heutigen, einladend gestalteten Gotteshaus. Das Wallfahrtsbild wurde in der Mitte des neuen Barockaltars angebracht. Das Gnadenbild selbst hat eine Arbeit des Malers Giovanni Battista Salvi (genannt „Sassoferrato“) zum Vorbild.
Bauerndoktor
Matthias Pichler, der „Mörrer Hias“, scheint als der erste namentlich bekannte Bauerndoktor in Passeier auf, auch seine Nachfahren übten diese Tradition aus. Bauerndoktoren zeichneten sich dadurch aus, dass sie bei den verschiedensten körperlichen Leiden bei Mensch und Tier für Abhilfe sorgen konnten und sie verstanden sich auch sonst auf allerlei Künste, wie etwa das „Blutstillen“. Der Zulauf zu den Bauerndoktoren war groß, zumal die Anzahl der Ärzte gering war und die Wegverhältnisse schwierig. Eine öffentliche Apotheke für das ganze Tal gab es erst ab 1983 in St. Leonhard.

Die beiden ausdrucksstarken Skulpturen am Hochaltar stellen den hl. Leonhard sowie den hl. Arzt Damian dar (1764). Beide stammen von Anton Ferner.
Eine besondere Aufmerksamkeit gebührt auch den volkskundlich interessanten Votivbildern, die detailreich und voller Intensität die zuteil gewordene Hilfe zum Ausdruck bringen. Die meisten der Votivtafeln sind aus dem 19. Jh., eine davon stammt von einem der bedeutendsten Rokokomaler Tirols, dem Maler Josef Haller (1737 - 73), der ebenso wie der Bildhauer Anton Ferner zu den wichtigsten Vertretern der Passeirer Kunstschule zählt (Original von 1768 derzeit im MuseumPasseier).
Von St. Martin zur „Mörre“ hinaufzuwandern bietet sich also nicht nur Pilgern an, um die himmlischen Mächte um Unterstützung zu bitten, auf die Besucher warten auch sehenswerte Arbeiten des lokalen Kunstschaffens sowie ein schöner Ausblick auf die gegenüberliegende Talseite.

Wegbeschreibung: Der Weg beginnt in St. Martin (597 m), unterhalb der Bushaltestelle Außerdorf. Die Passer queren und von dort der Markierung „Mörre“ Nr. 5 folgen. Vorbei am ehemaligen Gasthof Passerblick wandert man bis zu den Häusern am Golfplatz, am Bucherhof vorbei und auf dem Kreuzweg zur Wallfahrtskirche (751 m) hinauf.
Rückweg: Ab der Mörre auf der asphaltierten Straße hinunter ins Tal, bis zur Beschilderung „Passerweg Nr. 30“, rechts der Passer entlang nach St. Martin zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: St. Martin

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ - 2 Stunden

Höhenunterschied: 154 m

Schwierigkeit: Leicht, etwas steiler Anstieg unterhalb von der Mörre

Jahreszeit: Bis zum Spätherbst geeignet

Extras: Einkehrmöglichkeit: Gasthaus Mörre

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