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Sakrale Kunst und religiöse Pfade

Von St. Leonhard nach Gomion (688 m)

Urkundlich beginnt die umfangreiche Geschichte der Pfarrkirche von St. Leonhard bereits im Jahr 1116. Auch die kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten spiegeln die lange Vergangenheit wider, ersichtlich an romanischen Bauelementen am Turm sowie am kleinen Kopf aus Marmor, der mit unbeweglicher Mimik seit dem 13. Jh. von der Ostseite des Turmes auf die Welt herunterblickt.
Große bauliche Veränderungen brachte die Zeit der Spätgotik mit sich. Dabei erhielt der Kirchturm seine heutige Form und der polygonale Chor mit Spitzbogenfenstern wurde angebaut. Den Blick nach oben zum Netzrippengewölbe im Chorraum gerichtet, erblühen dekorative Blumenbündel, die als Heilpflanzen zu erkennen sind. Die Idee dazu stammt aus dem Jahr 1582 und findet ein erstaunliches Gegenstück in der Burgkapelle von Schloss Kastelbell im Vinschgau.
Anlässlich einer Bischofsvisitation im 16. Jh. wurde bemängelt, dass die Kirche eng und in schlechtem Zustand sei. Doch weil wohl das nötige Geld für einen Umbau fehlte, wurde erst Mitte des 17. Jh. das Langhaus zweischiffig erweitert. Später wurde das Innere barockisiert und mit weiteren fünf Altären ausgestattet. Die Passeirer Kunstschule war dabei ebenso vertreten. Der wertvolle gotische Hochaltar vom bedeutenden Tiroler Bildhauer Hans Klocker fiel dabei allerdings fast zur Gänze der neuen Kunstrichtung zum Opfer, ein Schicksal, das nur allzu vielen dieser sakralen Kleinbühnen blühte.
Doch selbst die barocke Einrichtung galt im 19. Jh. als nicht mehr zeitgemäß und es gab abermals bauliche Veränderungen. Nun kam ein neuer Hochaltar hinzu, der sich bemerkenswerterweise wieder an der Formensprache der Gotik orientierte, sowie der seitliche Rosenkranzaltar mit 14 Medaillons aus dem 18. Jh. (Originale deponiert). Zum wertvollen Besitz der Kirche gehören zahlreiche Reliquien, die meist aus dem 18. Jh. stammen und einst dazu dienten, die Religiosität der Bevölkerung zu steigern. Unter dem Altarschrein des Rosenkranzaltars ruht auf einem barocken Bett ein aufwendig verzierter Leib.
Die Geschichte der Pfarrkirche war immer auch mit jener der Grafen Fuchs, den Herren auf der Jaufenburg, verbunden. Sie trugen stets durch großzügige finanzielle Zuwendungen zu Umbauten und zur Ausgestaltung der Kirche bei. Nicht zufällig sind in der Kirche mehrere Wappen dargestellt und dass im Bereich des Hochaltares die Gruft mit intakten Särgen der Herren von Passeier und Fuchs liegt, spiegelt ebenso deren Macht und Einfluss wider.
Einfluss nahm zudem auch der Deutsch Orden, dem die Pfarrei 1219 geschenkt worden war. An der Kirche bauten sie ein Pilgerhospiz, um das sich schließlich die Dorfgemeinde entwickelte. Im Außenbereich der Kirche gibt es an der Nordseite das Fragment eines Wappensteins mit Helmzier (um 1400) zu entdecken. Gotik ist auch am Bau der St. Georgs-Kapelle (1433) am Friedhof zu erkennen. Auffällig sind die vielen historischen Grabsteine, darunter jener von Anna Ladurner, der Ehefrau von Andreas Hofer.
Der Weg führt nun von der Pfarrkirche hinunter zur Passer und von dort an Kreuzwegstationen entlang, bis zur Lourdes-Kapelle in Gomion hinter St. Leonhard. Diese kleine Wallfahrtskapelle wurde auf einer felsigen Anhöhe errichtet und mit dem Bau brachten die Bewohner ihren Dank zum Ausdruck, dass die
Häuser von Gomion von einem drohenden Bergrutsch verschont geblieben waren.
Das kleine Gotteshaus wurde 1890 fertig gestellt, zu Ehren von „Maria Lourdes“, die zu jener Zeit eine große Verehrung im Tiroler Raum erfuhr.
Gleich neben der Kapelle befindet sich der Schildhof Gomion, einer jener elf Höfe in Passeier, die eine besondere rechtshistorische Geschichte mit dem Tal verbindet.

Wegbeschreibung: Von der Pfarrkirche in St. Leonhard (695 m) bis zum Dorfzentrum und gleich nach der Brücke links die Kohlstatt hinunter bis zur Passer. Von dort rechts taleinwärts nach Gomion (760 m). Auf demselben Weg zurück, oder mit dem Linienbus, der in Gomion hält.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: St. Leonhard

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ Stunden

Höhenunterschied: 72 m

Schwierigkeit: Leicht, kurzer Anstieg unterhalb von Gomion

Extras: Einkehrmöglichkeiten: in St. Leonhard

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