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Bauen unter hohen Bergen

Von Innerhütt nach Moos (1.448 m)

Hoch aufragende Berge auf der einen Seite, steil abfallendes Gelände auf der anderen und dazwischen die Höfe von Pill, die seit Jahrhunderten zäh ihren Platz behaupten. Der Weiler zieht sich von Moos bis nach Innerhütt hinauf und hat einen stark bergbäuerlichen Charakter.
Die Wanderung beginnt in Innerhütt und führt an der wenig befahrenen Straße zunächst über den Pfelderer Bach auf die gegenüberliegenden Höfe von Pill. Mit weitem Panoramablick auf das Hinterpasseier erreicht man bald den auffälligen Krustner Hof neben dem Gasthof Bruggstein. Diese besonders alte Hofanlage ist aus verschiedenen neben- und übereinander gestapelten „Schachteln“ und Kästen zusammengefügt. Neueste Untersuchungen ergaben, dass sich die Balken im Keller bereits auf das Jahr 1234 datieren lassen. Die Formen der Höfe in Passeier sind durchwegs unterschiedlich und die Gefahr von Lawinen, Muren und Überschwemmungen ließen Wohn- und Wirtschaftsgebäude oft eng zusammenrücken. Pill ist unübersehbar der Bedrohung durch Lawinen ausgesetzt, davon zeugt auch der hohe Schutzwall gleich oberhalb vom Gasthof Bruggstein.
Aber nicht nur die Piller Höfe hinterlassen beredte Eindrücke vom Leben und Arbeiten in den Bergen, sondern auch die zahlreichen Nebengebäude (Kästen), die hier noch erhalten geblieben sind. So befindet sich am Beibachhof, etwas unterhalb des Krustner Hofes, ein kleines Holzgebäude, das den Eindruck einer Getreidemühle erweckt. Doch das Wasser auf dem Mühlrad setzt etwas ganz anderes in Bewegung: Hier befindet sich die noch letzte erhaltene und denkmalgeschützte Lodenwalke im Passeier. Diese Lodenwalken, auch Stampfmühlen genannt, waren sehr selten und so gab es Anfang des 20. Jh. im Hinterpasseier nur diese eine, die bis etwa 1950 in Betrieb war. Selbst von entlegenen Höfen wurde der Wollstoff hierher zur Bearbeitung getragen.
Die Stampfe wird durch das Wasserrad angetrieben. Durch stundenlanges Heben und Senken des Holzhammers, heißes Wasser und Seifenlauge verfilzt das Wollgewebe allmählich zu robustem und wetterfestem Loden. Ein nachgebautes Modell der Beibacher Lodenwalke kann auch im MuseumPasseier besichtigt werden.
Die Wanderung führt nun weiter über Pill hinunter bis zum Goster Hof. Gleich an der Straße trifft man auf ein weiteres, unscheinbares Holzgebäude, das jedoch ganz besondere Aufmerksamkeit verdient, denn es zählt zu den „bedeutendsten Holzbauten Tirols“ und stammt aus dem 15. Jh. Es handelt sich um den bisher ältesten datierten Pfostenspeicher. Das Besondere an diesem Bau sind die ausgetüftelten Stelzen, die zwei Aufgaben zugleich lösen: Sie verzahnen sich mit dem Blockbau des Gebäudes und ihre eingekerbte Form hindert Nagetiere am Hinaufklettern. Der Bau ist sehr sorgfältig gezimmert und ist, für damals ungewöhnlich, schon in vier Räume unterteilt.
Vom Goster Hof ist es nicht mehr weit bis nach Moos und zur dortigen Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“. Bereits vor dem gotischen Bau zu Beginn des 15. Jh. stand hier eine kleine Wallfahrtskirche.
Um 1700 wurde der Kirchenbau erweitert und neu gestaltet, dabei brachten Wessobrunner Künstler reiche Stukkaturen im Inneren der Kirche an. Die barocke Ausstattung wurde maßgeblich von Michael Winnebacher (1656 - 1742) beeinflusst, dem schöngeistigen Kurat, dem auch die Gründung einer lokalen Passeirer Kunstschule (1719 - 1845) zu verdanken ist. Diese Werkstatt wird in der Mooser Kirche von Nikolaus Auer (1690 - 1753) mit einigen Arbeiten vertreten. Der rechte Seitenaltar, der Kreuzweg sowie der Hochaltar stammen von ihm und seinen Gehilfen (um 1736). Das Hochaltarbild hingegen wurde von Matthias Pußjäger angefertigt. Als zeitgeschichtlich wertvolles Dokument gilt das
Votivbild vom Schneeberg, das an das große Lawinenunglück beim Bergwerk am Schneeberg erinnert, bei dem im Jahr 1693 rund 27 Bergleute ums Leben kamen.

Wegbeschreibung: Am Gasthof Innerhütt (1.448 m) zweigt die Straße nach Pill ab. Es empfiehlt sich, trotz des beschilderten Weges, bis zum Öttler Hof hinunter der Straße entlang zu wandern und erst ab dort den Wanderweg einzuschlagen. Das letzte Stück bis Moos (1.007 m) verläuft an der Hauptstraße. Möchte man jedoch umgekehrt von Moos nach Innerhütt wandern, so benötigt man dafür etwa 1 ½ - 2 Stunden.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Innerhütt

Gehzeit: 1 Stunde

Höhenunterschied: -441 m

Schwierigkeit: Leicht

Jahreszeit: In den Sommermonaten geeignet

Extras: Einkehrmöglichkeit: in Innerhütt: Gasthof Innerhütt; in Moos
Tipp: In Moos befindet sich das Bunker Mooseum mit einer Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg, einem Ausstellungsbereich, einem Gehege mit Steinböcken u.v.m.

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