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Feuer für Öfen und Opfer

Von Breiteben nach Christl (1.036  m)

Kaiser Franz Josef I. höchstpersönlich soll sich für den Straßenausbau in das hintere Passeiertal ausgesprochen haben und die Freude über die 1902 fertig gestellte Straße von St. Leonhard über Breiteben nach Platt war dementsprechend groß. Mit Jubel, Böllerschüssen und Kaiserhymne wurde in Breiteben, dem kleinen Weiler außerhalb von Platt, die neue Errungenschaft gebührend gefeiert und selbst die gehobene Meraner Gesellschaft durfte da nicht fehlen.
Der Wanderweg beginnt in Breiteben. Den Mittelpunkt dieses einstigen Sommerfrischortes mit seinem nostalgischen Charme vergangener k. u. k. Zeiten nimmt das gleichnamige Gasthaus ein. In seinem Gastgarten thront mit ausladender Baumkrone ein 160 Jahre alter Lindenbaum, der als Naturdenkmal geschützt wird.
Gleich außerhalb von Breiteben, an der Straße nach St. Leonhard, weist ein Schild auf ein Kulturdenkmal der ganz besonderen Art hin. In den Waldhang gebaut, steht noch einer der wenigen verbliebenen Öfen, die einst zum Kalkbrennen gedient hatten. Das Brennen von Kalk war früher ein bäuerlicher Nebenerwerb, bei dem in aufwendiger Arbeit, die auch sehr viel Erfahrung und technisches Können erforderte, Marmorsteine zur Kalkgewinnung hoch erhitzt und dann langsam wieder abgekühlt wurden.
Der Weg nach Christl hinauf zweigt beim “Breitebner Kirchl“ ab und führt zunächst durch die sanft geschwungene Landschaft entlang. Nach einer mäßigen Steigung durch Waldgebiet gelangt man schließlich zum kleinen Weiler oberhalb von St. Leonhard. Der Name “Christl“ leitet sich vom rätischen “cresta“ (Rücken) ab und beschreibt damit die Lage der Gegend, welche das hintere mit dem vorderen Passeiertal verbindet. So überrascht es auch nicht weiter, dass vom Tal ein Urweg heraufführt und dass nicht weit von Christl, am sogenannten Tratlegg, auch prähistorische Fundstücke ausfindig gemacht werden konnten.
In den Dreißigerjahren wies ein Heimatforscher auf eine Stelle hin, wo er durch Zufall auf Branderde und kalzinierte Brandknochen gestoßen war. Doch erst Jahrzehnte später wurde die Suche intensiviert. Weiß verbrannte Tierknochensplitter bestätigten die Vermutung der Archäologen, dass es sich hier um einen urgeschichtlichen Brandopferplatz handeln könnte. Ein weiterer Fund von zwei Keramikbruchstücken ermöglichte schließlich eine genauere zeitliche Einordnung in die Jüngere Eisenzeit (ca. 4. - 3. Jh. v. Chr.). Die eigentliche Brandopferstätte konnte aber bislang noch nicht ausfindig gemacht werden, da die Knochensplitter in der Wiesenfläche weit herum verstreut lagen.
Von Christl aus lohnt es sich, noch ein kurzes Stück am\\\\“Rücken“ entlang dem Meraner Höhenweg Nr. 24 zu folgen, denn er rundet sich mit jedem Schritt und gibt immer wieder einen neuen, atemberaubenden Blick auf das Tal frei.

Wegbeschreibung: Ausgangspunkt ist Breiteben (1.036 m), an der Straße zwischen St. Leonhard und Platt gelegen. Dort zweigt die asphaltierte Straße nach Christl (1.145 m) ab. Der Weg Nr. 5 verläuft zunächst nur leicht ansteigend durch das freie Gelände, zweigt schließlich an einer Kehre links ab und führt durch ein Waldstück. Schließlich erreicht man wieder die asphaltierte Straße, die weiter nach Christl führt. Auf demselben Weg zurück nach Breiteben. Der Kalkofen befindet sich rechts an der Straße nach St. Leonhard, ca. 5 Gehminuten ab Breiteben.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Breiteben

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ – 2 Stunden

Höhenunterschied: 109 m

Schwierigkeit: Leicht

Jahreszeit: Im Winter ist die Wanderung der Straße entlang möglich.

Extras: Tipp: Die Wanderung kann bereits in Platt begonnen werden, dafür braucht man insgesamt etwa 1 ½ Stunden länger. Nach Platt fährt ein Linienbus.
Einkehrmöglichkeit: in Breiteben: Gasthof Breiteben; in Christl: Jausenstation Christlhof

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