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Bergwerk unterm Himmelreich

St. Martin am Schneeberg (1.670 m)

Der 16. Juni 1967 ist als düsterer, einschneidender Tag in die Geschichte des Bergwerks am Schneeberg im hinteren Passeiertal eingegangen. Am frühen Morgen jenes Tages schlugen lodernde Flammen aus dem Haus, in dem die Knappen untergebracht waren. Die Bergleute konnten zwar noch ihre Habseligkeiten retten, doch das Gebäude wurde völlig zerstört. Die genaue Ursache des Brandes wurde nie geklärt, aber es blieb die Vermutung, dass das Feuer von einigen Arbeitern gelegt worden war, die nicht mehr länger hoch oben am Schneeberg bleiben wollten. Bereits am selben Tag verließen die meisten der 80 Beschäftigten den Ort. Das ehemals höchstgelegene Bergwerk Europas und einst bedeutendste Blei- und Zinkbergwerk Tirols blieb verwaist zurück. Schon bald nach der Auflassung der Dauersiedlung auf 2.355 m holten Plünderer wertvolle Relikte des Bergwerkes, die Gebäude verfielen, Förderanlagen und Stollen stürzten ein: 800 Jahre Geschichte drohten als rostige Geisterstadt zu enden. Dies beschleunigte die Idee, das Südtiroler Bergbaumuseum zu errichten, um dieses große kulturelle Vermächtnis zu retten. 1996 konnte der Museumsbereich Schneeberg - Passeier eröffnet werden und er umfasst nunmehr das gesamte Abbaugebiet auf der Passeirer Seite. Die historischen Knappensiedlungen, Schauräume mit historischen Werkzeugen und Geräten, eine Fotodokumentation, eine Mineralienschau und Führungen in den Stollen lassen die einstige Dimension dieses Bergwerkes erahnen.
Zur gesamten Schau gehört aber auch der Museumsbereich Ridnaun - Schneeberg auf der anderen Seite des Berges, im Talschluss von Ridnaun, wo noch bis 1985 im Bergbau gearbeitet wurde. Dorthin wurde das Erz über Jahrhunderte hindurch mit Pferden und später mit einer Förderanlage auf Schienen ins Tal gebracht. Einstige Transportanlagen, die ehemalige Aufbereitungsanlage, Schauräume und Erlebnistouren über und unter Tage vermitteln auch hier einen umfassenden und lebendigen Einblick in die große Geschichte.
Urkundlich ist erstmals im Jahr 1237 vom „argentum bonum de Sneberch“ die Rede. Gut war dieses Silber allemal sowie das Blei, das ab der Mitte des 15. Jh. an Bedeutung gewann.
Es fielen hohe Gewinne für die Landesfürsten und die Fürstbischöfe von Brixen ab und vor allem für die Fugger, Kaufleute aus Süddeutschland, die legendäre Vermögen anhäufen konnten.
Sterzing erlebte einen großen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Den Höhepunkt erlebte der Schneeberg um 1500, als an die 1000 Knappen in den damals siebzig Stollen nach silberhaltigem Bleiglanz geschürft haben sollen.
Abgebaut wurde über lange Zeit nur mit schweren Schlägeln und Eisen und die knochenharte Arbeit wurde im 17. Jh. schließlich durch den Einsatz von Schwarzpulver in den Stollen etwas erleichtert. Im 20. Jh. wurde dieses durch Dynamit und durch den Gebrauch von Luftdruckhämmern ersetzt.
Erst seit 1870 wurde Zinkblende, das eigentliche Haupterz des Schneeberges, abgebaut und Hunderte von Knappen aus den Ländern der Donaumonarchie sorgten für multikulturelle Vielfalt hoch oben in den Bergen. Eine Musikkapelle, ein Schießstand, eine Theatergruppe und auch eine Schule brachten etwas Kurzweil in den harten und gefährlichen Alltag, der oft auch durch Not, Krankheit und schwere Schicksale geprägt war. Glück auf!

Wegbeschreibung: Das Museumsareal ist nur zu Fuß erreichbar, es führt keine Straße hinauf. Über die Timmelsjochstraße fährt man bis zur „Schneeberger Brücke“ (1.670 m), auch der Linienbus hält dort. Nun auf breitem Weg Nr. 31 bis zum Seemoos und zum Knappendorf St. Martin (2.355 m) hinauf. Auf demselben Weg zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Schneeberger Brücke, Mit dem Auto: Möglichkeit zum Parken etwa 300 m vor der Schneeberger Brücke und einige wenige Parkplätze unmittelbar an der Brücke. Im Sommer fährt der Linienbus „Timmelbus“ von St. Leonhard über das Timmelsjoch ins Ötztal und zurück.

Gehzeit: Insgesamt 3 ½ Stunden

Höhenunterschied: 685 m

Schwierigkeit: Steiler Aufstieg, erfordert Gehtüchtigkeit und für diese Höhenlage entsprechende Kleidung.

Jahreszeit: Beste Jahreszeit: von Juni bis Oktober (entspricht den Öffnungszeiten des Museumsbereichs Schneeberg - Passeier)

Extras: Einkehrmöglichkeit und Info: Schutzhütte Schneeberg, Übernachtungsmöglichkeit, www.schneeberg.org , Telefon 0473 647 045; www.bergbaumuseum.it

Literaturtipp: Haller, Harald; Schölzhorn, Hermann: Schneeberg in Südtirol (2000)

Wanderung auf die Merkliste

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