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Gletscher als Nachbarn

Seeber Tal (1.912 m)

Die mächtige Gebirgslandschaft des Seeber Tales im hinteren Passeier ist nicht nur ein gefragtes Ziel für Wanderer und Mineraliensucher, sondern auch für Liebhaber der alpinen Pflanzen- und Tierwelt, die sie hier in reichem Maß vorfinden. Überdies gilt das Gebiet auch als ein offenes Buch für die archäologische Spurensuche.
Ebenso beeindruckend wie das Seeber Tal selbst, ist bereits die Fahrt bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Das Tal erreicht man über die Straße, die sich kurvenreich über den Timmelsjochpass (2.509 m) ins Ötztal windet. Dieser alpine Pass wurde nachweislich schon im 7. Jahrtausend v. Chr. begangen. Bereits sehr früh entwickelte sich im Mittelalter ein gut organisierter Warentransport in das obere Inntal und in den süddeutschen Raum. Ein Teil der Waren wurde von kräftigen Leuten mit einem Tragegestell, der „Kraxe“, auf dem Rücken durch das Tal und über die Pässe getragen, womit sich die „Kraxentrager“ einen bescheidenen Lebensunterhalt verdienen konnten. Sie brachten verschiedenste Güter nach Meran und im Gegenzug wurde meistens Wein aus dem Etschtal geliefert. Auch das hoch gelegene Bergwerk St. Martin am Schneeberg benötigte jede Menge ganz unterschiedlicher Güter, die hinauf transportiert werden mussten.
Über Jahrhunderte hinweg wurden die nordseitig gelegenen Weiden genutzt und noch heute gibt es viele kulturelle Gemeinsamkeiten auf beiden Seiten des Passes.
Zu einer militärischen Grenze hingegen wurde das Timmelsjoch nach dem Ersten Weltkrieg und dem Bau der kühn angelegten Straße im Jahr 1933 gingen strategische Überlegungen voraus. Die Großbaustelle wurde durch den Krieg unterbrochen und erst ab Oktober 1967 wurde die internationale Mobilität möglich. Das stattliche Gehöft der Seeber Alm, das man bereits nach kurzer Gehzeit erreicht, lässt die schwierigen Lebensbedingungen nur mehr erahnen, denen die Bauern hier auf rund 1.846 m einst ganzjährig ausgesetzt waren.
Urkundlich wurden bereits im 13. Jahrhundert drei Höfe erwähnt und sie zählten somit zu jener Wohn- und Wirtschaftsform im Mittelalter, die die Grenze der Besiedlung in sehr hohe Gebietslagen hinauf verschob. Heute wird die Seeber Alm nur mehr in den Sommermonaten bewirtschaftet. Von dort führt der Weg nun taleinwärts bis zum Seeber See, immer vor der großen Kulisse der mächtigen Berg- und Eisriesen.
Noch ein Kulturtipp: Fünf auffällige architektonische Skulpturen des „Timmelsjoch-Erfahrung-Erlebnisprojektes“ entlang der Straße informieren die Reisenden über verschiedene regionale Aspekte.
Hinter Schönau, in der Nähe der Timmelsjochstraße, liegt das Häuserensemble des Schmiedhofes in steilem Gelände auf 1.684 m. Dieser Hof aus dem Mittelalter steht unter Denkmalschutz und ist zum aufschlussreichen Studienobjekt von einstigen Wohn- und Lebensverhältnissen geworden. Die Umbauten und die verschachtelte Bauweise lassen zumindest auf viele Bewohner und deren beklemmende Existenz schließen.

Wegbeschreibung: Anfahrt über die Timmelsjochstraße bis zum Berggasthof Hochfirst, an der Seeber Kehre bis zum Seeber-Alm-Parkplatz (1.912 m). In rund 20 Min. leicht absteigend bis zur Alm (1.846 m) wandern. Ab dort der Beschilderung „Seeber See“ (2.063 m) auf dem mäßig ansteigenden Weg folgen, bis zum See etwa 1 - 1 ½ Stunden. Auf demselben Weg zurück oder als Rundwanderung über die Oberglaneggalm.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Seeber-Alm-Parkplatz

Gehzeit: Insgesamt 4 Stunden

Höhenunterschied: 151 m

Schwierigkeit: Leicht

Jahreszeit: Nur in den Sommermonaten geeignet

Extras: Einkehrmöglichkeit: Seeber Alm

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