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Steinmetze und ihre Kunst

Rundgang in St. Martin (597 m)

Bei dieser Wanderung dreht sich thematisch alles um den Stein. Auf die hohe Kunstfertigkeit der Steinmetze, dieses Rohmaterial zu bearbeiten, die vielseitige Verwendbarkeit und die gestalterischen Möglichkeiten, soll dieser Rundgang in St. Martin aufmerksam machen.
Er beginnt bei der Pfarrkirche, zu deren Geschichte eine mittelalterliche Legende gehört. Ihr zufolge ließen die religiösen Zweifel eines Priesters das Blut im geweihten Kelch überschäumen und auf das Altartuch hinunter fließen und dieser Gottesbeweis hat St. Martin schließlich über dreihundert Jahre lang zu einem beliebten Tiroler Wallfahrtsort (Zum hl. Blut) werden lassen. Selbst Andreas Hofer verfügte noch vor seiner Hinrichtung (1810), dass seine Sterbegottesdienste hier gehalten werden sollen.
Mit der steigenden Zahl der Pilger flossen auch die Geldmittel, was sich in der Barockisierung der Pfarrkirche niederschlug. Dabei wurde sie erweitert und die aus drei Bauepochen stammende Architektur wurde dabei harmonisch ineinander gefügt. Mit Ausnahme des Chors wurde das Gewölbe neu gestaltet und formenreich mit üppigem Stuck überzogen. Auch die Fassaden erhielten Stuckdekor, die muschelförmigen Vordächer über den Portalen sind in ihrer Art durchaus ungewöhnlich.
Von der spätmittelalterlichen Ausstattung ist freilich nur mehr wenig übrig. Vom begabten Steinmetz Bartlmä Hueber finden sich einige Spuren; von ihm und seinem Kreis stammen die beiden Weihwasserschalen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die kleine Friedhofskapelle St. Michael neben der Kirche. Das Obergeschoss dieses zweistöckigen Gebäudes ist über eine Freitreppe erreichbar, über dem Portal kreuzen sich filigrane Grate im Marmorstein. Meisterhafte Steinmetzkunst findet sich auch im Inneren der Kapelle am spätgotischen Sternrippengewölbe mit zierlich profilierten Rippen. Das Wandgemälde vorne an der Fassade stellt den hl. Nikolaus und den Stifter der Kirche dar, eingefasst von gedrehten gotischen Säulen. Steinmetzkunst mit Pinsel und Farbe dargestellt!
Noch zwei auffällige steinerne Details am Friedhof: Der älteste Grabstein ist mit 1512 datiert und befindet sich südlich an der Friedhofsmauer sowie die verspielten Pyramiden mit einer Steinkugel aus dem Jahr 1678 an der Straßenseite.
Die Pfarrkirche befindet sich an der Dorfstraße und von dort gelangt man hinauf zum Schildhof Steinhaus, dem weitum sichtbaren Gebäude oberhalb des Dorfes. Bereits der Name besagt, wie besonders der Steinbau im Spätmittelalter im Passeier war (1285 „Staynhus“).
Steinhaus war im Mittelalter der größte unter den so genannten Schildhöfen, jenen elf Höfen im Passeier, die eine eigene rechtshistorische Stellung inne hatten.
Das Gebäude ist in mehreren Bauphasen verändert worden und die heutige, geschlossene Form geht auf einen Umbau am Ende des 15. Jh. zurück. Dieses Haus wechselte mehrmals die Besitzer. Einer davon war Nikolaus von Steinhaus, der Ende des 14. Jh. eines der wichtigsten Ämter der Tiroler Wirtschaftsverwaltung bekleidete. Der Hof hatte sogar außerhalb des Passeiertales Besitzungen.
Das Wohnhaus ist eine Fundgrube für die Kunst der Steinmetze, vorzufinden am wuchtigen Rundturm, vereinzelt an Fenstern und am Eingangsportal mit Spitzbogen. Auch am spätgotischen Wirtschaftsgebäude fallen zwei massive Steinportale, sogenannte Kragschultertüren, auf.
Und nochmals Stein! Am „Teufelstein“, an einem großen Felsblock, an dem der Wanderweg noch vorbeiführt, hat sich laut einer Sage der Teufel als dämonischer Steinmetz verewigt, indem er einen deutlich erkennbaren Hufabdruck an diesem Felsen hinterlassen hat.

Wegbeschreibung: Die Kirche von St. Martin befindet sich nahe am Dorfplatz, von dort führt taleinwärts die asphaltierte Straße weiter bis zum Schildhof Steinhaus hinauf. Von Steinhaus führt der „Teufelstein-Weg“ weiter und steigt allmählich an. Etwa in der Mitte des Wegverlaufes befindet sich der, mit einem Goldband gefasste, Teufelstein, sowie eine Schatulle mit dem Buch zur Sage. Von dort führt der Weg weiter, steigt nach St. Martin wieder ab und schließt sich zum Rundweg. Anmerkung: Die Friedhofskapelle St. Michael ist nur bei Todesfällen zugänglich, die Krypta hingegen ist stets geöffnet.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: St. Martin

Gehzeit: Ca. 1 Stunde

Höhenunterschied: 240 m

Schwierigkeit: Leicht, anfänglich bis zum Schildhof hinauf eine leichte Steigung

Jahreszeit: Zu jeder Jahreszeit möglich

Extras: Einkehrmöglichkeiten: in St. Martin

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