Merkliste: 0
Login

Passwort vergessen?

E-Mail mit den Anweiseungen anfordern;
Abschicken

Zurück zu Login 

Suche ...

Kategorie:

Ortschaft:

Startseite Urlaubsplaner Die neue Ortstaxe
>

Barocke Pracht und höfisches Ideal

Riffianer Wallfahrtskirche (504 m)

Offenbar konnte die gotische Kirche die vielen Pilger, die nach Riffian zur Wallfahrt kamen, nicht mehr fassen und so entschloss man sich im Jahr 1669, die Kirche mit einem gewagten Bauplan zu erweitern. Teile der bestehenden Mauern wurden sehr geschickt in das neue Gotteshaus eingefügt und die Richtung nach Norden gedreht. Noch heute lässt ein Spitzbogenportal an der Westseite die ursprüngliche Gestalt der früheren Kirche sehr deutlich erkennen. Zur einstigen gotischen Ausstattung gehörte der große Taufstein mit Figurenreliefs, der sich neben dem Altar befindet.
Den bekannten und viel beschäftigten Baumeistern Franz und Anton Delai aus Bozen gelang es, einen einheitlichen Barockbau mit einem lichten, ausgewogenen Innenraum zu schaffen. Mit der um die Mitte des 18. Jh. ausgeführten Ausstattung - üppige Rocaillestuckaturen und Fresken im Gewölbe, prächtige Seitenaltäre und Skulpturen und einer eleganten Kanzel - zählt der Bau zu den gelungensten Barockkirchen Südtirols.
Den strahlenden Mittelpunkt bildet nun der meisterhafte Hochaltar aus Stuckmarmor. Er umrahmt das Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter Maria“, einer Pietà, welche die sitzende Maria mit dem Leichnam Christi im Schoß zeigt. Dieses Gnadenbild, um 1420 aus Gussstein angefertigt, ist der Anlass für die Wallfahrt, deren Entstehung in das späte Mittelalter zurückreicht. Die Beweggründe veranschaulichen die vielen Votivtafeln in ihrer einfachen und frommen Bildersprache.
Hohe Kunst erwartet einen in der unscheinbaren Friedhofskapelle (um 1400) rechts neben der Kirche. Der Innenraum des quadratischen, zweigeschossigen Gebäudes birgt gotische Fresken der Meisterklasse, die allerdings durch den Ausbruch barocker Rundfenster teilweise zerstört worden sind. Ein nicht genau zuordenbarer „magister Venclaus“ hat sich auf einem Spruchband an der Nordwand selber verewigt und die Fresken mit 1415 datiert.
Sie sind ein hervorragendes Beispiel der „Höfischen“ oder „Internationalen Gotik“, die von Oberitalien und Burgund ausgehend nach Böhmen gelangte und sich auch im süddeutschen Raum verbreitete. Die harmonische Komposition und die idealisierte Darstellung der Personen mit feinen Gesichtszügen und verhaltener Gestik charakterisieren die Riffianer Fresken. Der Bilderbogen umfasst Szenen des Alten Testaments (Tanz um das goldene Kalb, Mannawunder in der Wüste) und des Neuen Testaments (Anbetung der Könige, Flucht nach Ägypten, Kreuztragung, Pfingstfest und schließlich die Kreuzauffindung), Evangelistensymbole und Bilder von Kirchenvätern, umrahmt von kunstvollen Ornamentbordüren. In diesen Fresken lässt Meister Wenzeslaus das ausgehende Mittelalter noch einmal farbenprächtig aufleben!
Im Jahr 2010 wurde das Jubiläum „700 Jahre Wallfahrt Riffian“ gefeiert, Anlass genug, um entlang des Waalweges oberhalb von Riffian einen meditativen Besinnungsweg mit sieben Stelen zu errichten.

Wegbeschreibung: Der Weg beginnt in Riffian (504 m) beim Gasthof Kreuz an der Hauptstraße, links an der Pizzeria-Eisdiele Pircher vorbei und steil zum Waalweg hinauf. Dort dem Wegweiser zur Riffianer Kirche folgen. Von der Kirche führt der Weg hinunter ins Dorf und zum Ausgangspunkt zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Riffian

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ - 2 Stunden

Höhenunterschied: 106 m

Schwierigkeit: Leicht, der Weg ist jedoch zu Beginn und auch beim Abstieg zur Kirche teilweise steil.

Jahreszeit: Zu jeder Jahreszeit möglich

Extras: Einkehrmöglichkeiten: in Riffian
Tipp: Weitere Informationen zur Wallfahrtskirche sowie zum Besinnungsweg unter www.wallfahrtskirche.riffian.com

Wanderung auf die Merkliste

Startseite          Impressum