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Mittelalter auf der Alm

Pfistradalm bei St. Leonhard (688 m)

Im Winter liegt die Pfistradalm, im gleichnamigen Seitental bei St. Leonhard, abgeschieden inmitten der herben Bergwelt und gehört all den düsteren Spukgestalten und Kobolden, die in dieser Gegend hausen sollen, alleine. Doch diese Alm verwandelt sich in den Sommermonaten in eine lichte, blühende Landschaft und in ein gediegenes Wanderziel, das mit der alten Kaser (Almgebäude), als Außenstelle des MuseumPasseier, eine besondere kulturhistorische Rarität zu bieten hat. Die Ausstellung spricht verschiedene Themenbereiche der Almwirtschaft sowie des mittelalterlichen Wohnens an.
Die älteste schriftliche Erwähnung von “Vistrade“ geht auf das Jahr 1328 zurück und eine weitere Urkunde aus dem 14. Jh. belegt zudem, dass die Alm einst das ganze Jahr über bewohnt war. Ab wann diese Dauersiedlung aufgegeben und nur mehr im Sommer bearbeitet wurde, ist nicht bekannt.
Die Geschichte des Pfistradtales ist ab dem ausgehenden Mittelalter auch eng mit jener der Herren Fuchs auf der Jaufenburg verbunden. Ihnen gehörte einst das gesamte Tal, doch nach dem Aussterben des Geschlechts wurden die Liegenschaften 1833 vor dem k. k. Landgericht Passeier an die Gemeinde Latsch im Vinschgau versteigert. Zur Alm gehörten auch ausgedehnte Wälder, mit dem Recht, dort auf die Jagd gehen zu können. Die Passeirer hatten also das Nachsehen, wohl auch deswegen, weil sie sich untereinander nicht einig werden konnten. Nun mussten sie also zerknirscht mit ansehen, wie die Latscher im Sommer ihr Vieh auf diese Alm trieben. Zweieinhalb Tage wanderte die Herde gut 50 km vom Vinschgau über Meran ins Tal; der letzte dieser spektakulären Viehtriebe fand 1953 statt.
Das alte Almgebäude hingegen hat die Jahrhunderte unbeschadet überdauert. Es weist einen weitgehend original erhaltenen Baubestand des späten Mittelalters auf und bei diesem gotischen Holzblockbau handelt es sich vermutlich um den ältesten Holzbau in Südtirol.
Zum Häuserensemble der Alm gehört auch die kleine St.-Anna-Kapelle, die ebenso wie die alte Kaser unter Denkmalschutz steht. Einst von den Grafen Fuchs im Mittelalter erbaut, ging auch diese an die Gemeinde Latsch über.
In der 1853 neu errichteten Kapelle befindet sich ein Altarbild von Benedikt Auer d. J. aus dem Jahr 1796, auf dem über einer Almlandschaft mit weidenden Tieren die Krönung Mariens, Kirchenpatrone des Tales und Heilige dargestellt sind.
Es gibt also durchaus lohnende Gründe, die gut eineinhalb Stunden bis zur Alm hinaufzuwandern, auch wenn man dort heute nicht mehr, wie einst die frevelhaften Gräfinnen der Jaufenburg, in Pfistrader Milch baden kann!

Wegbeschreibung: Zunächst führt die asphaltierte Straße im Zentrum von St. Leonhard (688 m) hinauf bis zur oberen Dorfgrenze, dort zweigt links der mit „St. Anna“ markierte Weg Nr. 13 zur Alm (1.358 m) ab. Auf demselben Weg zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: St. Leonhard

Gehzeit: Insgesamt 2 ½ - 3 Stunden

Höhenunterschied: 670 m

Schwierigkeit: Leicht, einige Anstiege

Jahreszeit: Geeignet in den Sommermonaten

Extras: Einkehrmöglichkeit: Jausenstation Pfistradalm (St. Anna), nur in den Sommermonaten
Info: MuseumPasseier, www.museum.passeier.it ; Telefon 0473 659 086
Literaturtipp: Haller, Harald: Die alte Kaser im Pfistradtal (2001)

Wanderung auf die Merkliste

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