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Elf Herren und elf Höfe

Passeirer Schildhöfeweg (490 m)

Am 1. März 1317 kamen sieben Herrschaften aus dem Passeier zu ganz besonderen Ehren. Der Tiroler Landesfürst, Herzog Heinrich von Böhmen, stattete in einem Freiheitsbrief einen Personenkreis mit adelsgleichen Rechten aus. Diese privilegierten Personen bekleideten durchwegs auch höhere Ämter beim Zoll, bei Gericht und in der Verwaltung und sie betonten ihr Sozialprestige ebenso mit der unübersehbaren Bauweise ihrer Ansitze, den Schildhöfen.
Diese sieben Herren, denen im 17. Jh. noch vier weitere folgen sollten, waren nun mit Sonderrechten ausgestattet. Sie hatten zwar, wann immer der Landesfürst sie brauchte, bewaffneten Kriegsdienst mit Schild und Speer zu leisten, aber die Herren waren, als besondere Gegenleistung dafür, von jeglichen Steuern und Abgaben auf Lebenszeit befreit. Zudem konnten sie im Laufe der Zeit einige zusätzliche Privilegien anhäufen, sie hatten u.a. eine Sonderstellung bei Gericht, sie durften sich nicht nur im Alltag, sondern auch bei Gericht und in der Kirche bewaffnen, sie hatten Jagd- und Fischereirechte wie Adelige und sie führten ein Siegel für Urkunden.
Mit der Übergabe Tirols an die Habsburger im Jahr 1363 und der Verlegung der Tiroler Landesregierung von Schloss Tirol nach Innsbruck um 1420 sank die Bedeutung der Schildhofherren. Die Sonderrechte blieben an den Höfen haften, auch als diese an gewöhnliche Bauern übergingen. Erst durch eine Steuerreform im 18. Jh. und die Verordnungen Kaiser Josefs II. erloschen die alten Rechte der Steuerfreiheit und die Schildhöfler unterstanden nunmehr dem Richter von Passeier. Das Fischereirecht ist bis heute geblieben und die Vergangenheit lebt auch noch im Paraderecht auf, bei dem sich die Schildhöfler an hohen Feiertagen stolz mit Schild und Hellebarde wappnen. Von diesem Privileg haben die damaligen elf Herrschaften allerdings noch keinen Gebrauch gemacht, denn das Paraderecht stammt erst aus dem 19. Jh.
Von diesem rechtshistorischen Sonderkapitel und vielen ande-ren Themen erzählt der „Passeirer Schildhöfeweg“ rund um Saltaus. Der Weg beginnt am unübersehbaren Schildhof (und heutigem Hotel) Saltaus. Dieser gilt als der älteste im Tal und diente bereits Mitte des 13. Jh. als Zollstation der Grafen von Tirol. Selbst wenn der Schildhof nicht als Gerichtssitz im Tal aufschien, wurden hier um 1670 Verhandlungen abgehalten und in den Jahren der Tiroler Freiheitskämpfe wurde hier ebenso Geschichte geschrieben.
Der bequeme Rundweg führt zudem noch an den zwei Schildhöfen Haupold und Granstein vorbei und wer unterwegs rasten möchte, findet vornehme Sitzgelegenheiten, die sicher auch die elf auserwählten Herren als standesgemäß empfunden hätten!

Wegbeschreibung: Der Themenrundweg beginnt am Schildhof Saltaus (490 m), führt gut markiert zunächst zum Schildhof Haupold hinauf und von dort weiter bis zum Schildhof Granstein. Von dort hinunter bis zur Hauptstraße und bis zum Passerdamm, von wo der (Rad)Weg flach bis nach Saltaus zurückführt.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Saltaus

Gehzeit: 2 Stunden

Höhenunterschied: 230 m

Schwierigkeit: Leicht, zu Beginn kurzer Anstieg; weiß/grüne Wegmarkierung

Jahreszeit: Zu jeder Jahreszeit möglich

Extras: Einkehrmöglichkeiten: in Saltaus

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