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„Freilichtmuseum“ am Wasser

Maiser Waalweg (370 m)

In niederschlagsarmen Gegenden, wie dem Vinschgau und um Meran, musste das Wasser zur Bewässerung von Feldern und Obstgütern oft über lange Kanäle, den sogenannten „Waalen“, zugeführt werden. Damit das Wasser stets ungehindert fließen konnte, war eine ständige Kontrolle und Wartung der Kanäle notwendig und die Aufseher („Waaler“), die den tadellosen Zustand der Waale überprüften, durften nicht zimperlich sein. Die Kanäle führten oft durch unwegsames Gelände, abschüssige Felsen und der Aufseher musste sich bei Wind und Wetter auf den Weg machen. Bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe kam ihm die ausgeklügelte Vorrichtung der Waalschelle zu Hilfe, denn sie erklingt nur dann im Rhythmus, solange das Wasser regelmäßig fließt und der Lauf nirgends unterbrochen ist.
Einer der noch am besten erhaltenen Waale ist der neun Kilometer lange Maiser Waal, der das Wasser von Saltaus durch das äußere Passeier bis nach Obermais führt. Sein Begleitweg zählt zu den beliebtesten Wanderwegen im Burggrafenamt.
Historisch dokumentiert ist der Maiser Waal bereits im Jahr 1462, als Erzherzog Sigmund den Bau bewilligte. Der Waal wurde 1473 fertig gestellt und er ist heute größtenteils noch so erhalten, wie er einst gebaut worden war. Das Wasser fließt bis auf wenige Stellen im offenen, häufig mit Steinen gemauerten Kanal, der teilweise sogar in die Felsen gehauen wurde. Der Waal ist immer noch unablässig in Betrieb und liefert das Wasser für die Obstgüter in Obermais.
Der angenehme Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft und an neun Kilometern Kulturgeschichte entlang. Unterwegs weisen Infotafeln immer wieder auf Besonderheiten hin. Dazu zählen auch erhalten gebliebene Mauerreste der einstigen Waalerhütte, die als Unterkunft für den Aufseher gedient hatte. Auch eine Waalschelle am neuen, wesentlich komfortableren Waalerhaus verrät mit ihrem fortwährendem Läuten, dass das Wasser fließt und der Kanal nirgends schadhaft ist.
So wie viele der heute noch erhalten gebliebenen Waale, besticht auch dieser Kanal als einfaches, aber gekonnt gebautes Kulturdenkmal. Und schließlich lässt dieses „Freilichtmuseum“ auch die Bedeutung als Naturbiotop erkennen, angesichts des üppigen Pflanzenwuchses entlang des Wassers, in dem sich so manches Lebewesen tummelt!

Wegbeschreibung: Ausgangspunkt ist der Brunnenplatz in Meran/Obermais (370 m). Der Virgilstraße folgen und rechts beim Gasthof Mösl zum Schloss Planta hinauf. Am oberen Eck des Schlosses der Beschilderung „Maiser Waalweg“ folgen. Auf demselben Weg zurück oder von Saltaus (490 m) mit dem Linienbus nach Meran zurückkehren.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Meran, Brunnenplatz

Gehzeit: Insgesamt 2 - 2 ½ Stunden

Höhenunterschied: 120 m bis Saltaus m

Schwierigkeit: Leicht; viel frequentierter Weg

Jahreszeit: Beste Jahreszeiten von Frühjahr bis Spätherbst

Extras: Einkehrmöglichkeiten: beim Apfelhotel Torgglerhof; in Saltaus

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