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Kulturdenkmal im Wald

Kuenser Waalweg (689 m)

Wasserkanäle, die sogenannten „Waale“, lieferten nicht nur jahrhundertelang eine kostbare Fracht für regenarme Gebiete, sondern auch den Stoff für eine komplizierte Rechtsgeschichte. Mit der dichter werdenden Besiedelung und den größeren Dorfgemeinschaften wurde sie ständig umfangreicher und Streitfälle, Prozesse und Akten zur gemeinsamen Nutzung des „Wasserwåsser“ gab es im Laufe der Geschichte jede Menge. Es haben sich viele und oft streng geregelte Bräuche herausgebildet, die den Zugriff auf das lebenswichtige Gut bestimmten. Die Kontrolle war freilich schwierig, nicht selten wurde mehr Wasser als erlaubt abgezwackt und so mancher Bauer ist im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen geblieben.
Im Spätmittelalter begann man die Regelungen in den sogenannten „Weistümern“ (Dorfbüchern) und auch in eigenen Waalbriefen und Ordnungen schriftlich festzulegen.
Diese Rechte und Pflichten wurden der versammelten Dorfgemeinschaft immer wieder in Erinnerung gerufen und wer sich nicht daran hielt, musste oft mit empfindlichen Strafen rechnen, die zumeist öffentlich zu büßen waren. Ein paar Ohrfeigen waren dabei noch das geringste Übel.
Die Kulturgeschichte der Waale reicht weit zurück und zu jenen, die im Burggrafenamt am frühesten schriftlich festgehaltenen worden sind, zählt der Kuenser Waal. Im Jahr 1386 wurde den Kuensern erlaubt, oberhalb ihres einstigen, alten Waales, einen neuen anzulegen. Die Erbauer dieses Kanals haben zweifelsohne etwas von ihrem Handwerk verstanden, denn der Kuenser Waalweg, auch „Oberer Waalweg“ genannt, ist im Wesentlichen bis auf den heutigen Tag so erhalten geblieben, wie er einst im Mittelalter erbaut worden war. Sein Wasser wird am Finelebach im unteren Spronser Tal abgezweigt und verläuft nahezu eben bis oberhalb des Mutlechnerhofes.
An diesem Bach war auch die Wasserfassung für den einstigen Waal nach Dorf Tirol sowie für den Riffianer Waal. Allerdings wurde dieser Kanal aufgelassen und in Rohre gefasst, ein Schicksal, das sehr vielen dieser Kulturgüter geblüht hat.
So ist von den drei Waalen des Finelebaches immerhin noch der über 600 Jahre alte Kuenser Waal erhalten geblieben, woran auch eine Gedenktafel entlang des Weges erinnert.
Der meisterhaft gebaute Wasserkanal, der gemächlich durch die artenreiche und wild wuchernde Vegetation führt, zählt zu den ganz besonderen Kulturdenkmälern und ruft Bewunderung hervor.

Wegbeschreibung: Von Kuens bis zum Parkplatz am Gasthaus Ungericht (689 m). In ca. 30 Minuten bis zum Kuenser Waal oberhalb des Mutlechnerhofes (837 m) hinaufwandern. Am Waal entlang bis zum Finelebach (1.020 m). Nur wenige Gehminuten höher befindet sich das Gasthaus Longfall (1.075 m).
Rückweg: Am Spronser Talweg Nr. 6 abwärts bis zur Abzweigung Riffianer Waalweg, von dort bis zum Gasthaus Ungericht Hof zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Kuens, Gasthaus Ungericht Hof

Gehzeit: Insgesamt 2 ½ - 3 Stunden

Höhenunterschied: 386 m

Schwierigkeit: Leicht, der Anstieg bis zum Kuenser Waal ist etwas steil

Jahreszeit: Beste Jahreszeiten von Frühjahr bis Herbst

Extras: Einkehrmöglichkeit: Gasthof Longfall; Gasthaus Ungericht Hof, bei dem sich auch ein Traktormuseum befindet.

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