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Adel, Macht und noble Kunst

Jaufenburg bei St. Leonhard (688 m)

Nachdem auch die Witwe von Johann Bapt. Alois Graf Fuchs, der „Letzte seines uralten Heldenstam(m)s“, im Jahr 1832 verstorben war, wurde ein Jahr danach die Jaufenburg oberhalb von St. Leonhard mitsamt ihren Gütern öffentlich versteigert. Sie war mittlerweile zur Ruine verkommen und auch die Erben im Vinschgau fühlten sich der großen Vergangenheit der Burg und ihrer Bewohner nicht mehr verbunden.
Die einst mächtige Jaufenburg war im 13./14. Jh. von den Herren von Passeier erbaut worden und 1418 an die einflussreichen Grafen Fuchs von Fuchsberg übergegangen. Jahrhundertelang diente sie als adeliger Wohnsitz und mehr noch als Machtzentrum und Gerichtssitz. Vertreter der Grafen Fuchs bekleideten eine Zeit lang sogar höchste weltliche und geistliche Ämter des Landes.
Dem heutigen Besucher können die spärlichen Mauerreste kaum eine Vorstellung von der einstigen Burganlage vermitteln. Abbildungen aus früheren Jahrhunderten hingegen belegen eine verhältnismäßig große Anlage, die an einem verkehrsstrategisch günstigen Ort gebaut war. Noch 1736 wurde in der Tiroler Reiseliteratur das „treffliche Aussehen“ der Jaufenburg hervorgehoben. Doch gute zweihundert Jahre später stand es um die Burg bereits wesentlich schlechter, sodass man sich besorgt darüber äußerte, dass eines Tages dieses Wahrzeichen von St. Leonhard von der Bildfläche verschwinden würde. Soweit kam es dann doch nicht und der Burgfried mit seinen fünf Stockwerken ist erhalten geblieben.
Heute befindet sich auf der Jaufenburg seit 2003 eine Außenstelle des MuseumPasseier, die sehr bilderreich und mit interessanten Ausstellungsstücken von der Geschichte der Burg und des Tales erzählt. Doch der Bergfried bietet noch mehr, denn in ihm sind Wandmalereien des Renaissancemalers Bartlme Dill Riemenschneider aus dem Jahr 1538 erhalten, einem Künstler, der in direktem Kontakt mit Albrecht Dürer stand. Der Auftraggeber der Wandmalereien war Christoph Fuchs, Domherr von Brixen. Das Bildprogramm und die angebrachten Schriften bezeugen seine Hinwendung zur Religion. Zur Ausstellung gehört auch eine Hörstation zum reichen Sagenschatz, der sich um die Jaufenburg rankt.
Die Grafen der Jaufenburg haben ihren Kunstsinn und die finanzielle Großzügigkeit aber auch bei anderen Gelegenheiten unter Beweis gestellt.
Gleich unterhalb der Jaufenburg befindet sich das kleine Heilig-Kreuz-Kirchlein mit einer erlesenen Außengestaltung. Einer Sage zufolge ließ Hildebrand von Fuchs 1531 im Anschluss an eine Jerusalem-Wallfahrt das sakrale Gebäude errichten. Es weist bereits Einflüsse der Renaissance auf. Besonders die Fensterumrahmungen und das Schulterbogenportal aus Marmor zählen zu den besten Arbeiten des Meisters Bartlmä Hueber.
Die spätgotischen Wandmalereien aus der Zeit um 1550 im Innenraum der Kapelle sind genauso hervorzuheben wie das Gemälde von Benedikt Auer d. J., das den „Weg zum Himmel und zur Hölle“ (1816) veranschaulicht. Er lässt dabei zahlreiche Figuren in Passeirer Trachten aufmarschieren! (Original im MuseumPasseier).
Einstmals befand sich hier auch eine Kreuzigungsgruppe aus der Werkstatt des berühmten Landshuter Meisters Hans Leinberger (um 1525), die sich heute im Diösesanmuseum in Brixen befindet.
Zur Jaufenburg und zum Heilig-Kreuz-Kirchlein gelangt man über den „Sonnenrundgang“, der um St. Leonhard führt und er bietet, wie einst den adeligen Burgbewohnern auch, einen noblen Rundblick über das Tal.

Wegbeschreibung: Vom Zentrum in St. Leonhard (688 m) der Beschilderung „Sonnenrundgang“ folgen. Am Karlegger Weg über die Hängebrücke links hinauf zur Burg. Von dort weiter, dann links auf der Straße hinunter zum Heilig-Kreuz-Kirchlein, dort dem Sonnenrundgang folgen oder der Straße nach ins Dorf zurück.

von: Kurt Gufler

Ausgangsort: St. Leonhard

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ - 2 Stunden

Höhenunterschied: 139 m

Schwierigkeit: Leicht, teilweise ansteigend

Extras: Einkehrmöglichkeiten: in St. Leonhard
Info: MuseumPasseier, www.museum.passeier.it , Telefon 0473 659 086. Die Besichtigung des Heilig-Kreuz-Kirchleins wird auf Wunsch bei Führungen auf der Jaufenburg miteinbezogen.
Literaturtipp: MuseumPasseier (Hg.): Die Jaufenburg. Baugeschichte, Bewohner, Malereien, Heilig-Kreuz-Kirchlein, Sagen (2003)

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