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Räter am Rösslsteig

Burgstall bei Riffian (490 m)

Diese Wanderung folgt den Spuren der Vergangenheit und führt zum Burgstall, einer frühgeschichtlichen Siedlungsstätte auf einer Hügelkuppe oberhalb von Riffian.
Diese Siedlung wurde durch eine Feuersbrunst zerstört, aber es bleibt wohl im Dunkel der Geschichte verborgen, ob es ein Unwetter war oder ob jemand den Brand vorsätzlich gelegt hat. Doch im Wald sind Spuren zurückgeblieben und selbst wenn sie nicht alle Geheimnisse der Vergangenheit preisgegeben haben, so verraten sie doch sehr viel über das Leben der einstigen Bewohner.
An diesem Ort, so erzählt die Sage, seien manchmal Gestalten mit glitzernden Gewändern gesehen worden und zudem soll ein Knecht des Öfteren an Sonntagen auf den Burgstall hinauf gewandert sein, um nach Scherben zu graben, die er dann in Meran verkauft habe.
Bei einer ersten Untersuchung im Jahr 1977 wurden Heimatforscher gleich auf eine dicke Brandschicht an einer der „Wohngruben“ aufmerksam. Sie fanden Mauerreste und zahlreiche datierbare Fundstücke, die eine prähistorische Siedlung vermuten ließen.
Mittlerweile steht fest, dass hier späteisenzeitliche Vorfahren wohnten, die möglicherweise dem Räterstamm der Venosten angehörten. Da bislang keine römerzeitlichen Funde zum Vorschein gekommen sind, lässt sich annehmen, dass die Häuser bei der römischen Eroberung im Jahre 15 v. Chr. oder kurz davor verlassen wurden. Der Beginn der Siedlung wird im 4. Jh. v. Chr. vermutet.
Bislang sind zwölf Hausgrundrisse, mit teilweise erhaltenen Mauerresten, festgestellt worden. Im mittleren Teil des Abhanges kam ein 80 cm breiter Gang mit einem sorgfältigen Mauerwerk zum Vorschein, über das eine tonnenschwere Steinplatte gelegt worden war. Das Besondere an diesem Haus war die bogenförmige Bauweise der Mauer, die sich dem Hang anpasste. Das hatte den Vorteil, dass der Druck des Hanges, ähnlich wie bei einem Gewölbe, ausgeglichen wurde.
Die Überreste gehören eindeutig zu einem so genannten rätischen Haus, zu dessen typischen Merkmalen der gewinkelte Eingang mit dem Keller zählt. Das Obergeschoss bestand offenbar aus Holz.
Der Alltag der Bewohner ist mit zahlreichen Fundstücken belegt, eine Balkenhandmühle lässt auf Getreideanbau schließen, auch Weinbau und die Herstellung von Textilien waren bekannt. Sogar eine Pfeife aus Eisen kam ans Tageslicht, wofür die Vorfahren diese benutzten - für kultische Zwecke oder zum Rauchen von Kräutern - ist nicht eindeutig feststellbar. Diese Fundobjekte sind zwar nicht vor Ort ausgestellt* und zu besichtigen, aber Schautafeln mit vielen Abbildungen lassen trotzdem die Bedeutung dieser einstigen Siedlung erkennen.
Interessanterweise wurden auch im Ortskern von Riffian die Überreste eines trocken gemauerten Hauses aus der Jüngeren Eisenzeit gefunden. Doch in welchem Verhältnis diese offene Siedlung im Tal mit jener oben am Burgstall steht, bleibt vorerst ungeklärt.
Als sicher gilt hingegen, dass dieses Wanderziel erstaunliche Einblicke in die Alltagskultur der einstigen Siedler bietet - ein guter Grund, ihren vergangenen und geheimnisvollen Spuren am schön gelegenen Rösslsteig zu folgen!

* Die Fundstück sind in der Dauerausstellung „Vita Raetica - Hinterlassenschaften“ in der Raiffeisenkasse Riffian ausgestellt und können zu den Banköffnungszeiten besichtigt werden.

Wegbeschreibung: An der Bushaltestelle in Saltaus (490 m) zunächst die Riederbergstraße hinauf, dort dem mit „Rösslsteig“, bzw. mit „Riffian/Dorf Tirol“ beschilderten Weg zur rätischen Siedlung (640 m) folgen. Auf demselben Weg zurück nach Saltaus.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Saltaus

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ Stunden

Höhenunterschied: 150 m

Schwierigkeit: Einige etwas steile Anstiege, sonst sehr bequem

Jahreszeit: Beste Jahreszeiten Frühjahr bis Herbst

Extras: Tipp: Die Wanderung kann ab dem Burgstalleck bis Riffian (504 m) fortgesetzt werden (ca. ½ Stunde). Von Riffian mit dem Linienbus bis nach Saltaus zurück.
Einkehrmöglichkeiten: in Saltaus

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