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Urgeschichte in stiller Landschaft

Bergwiesen am Gampen bei Ulfas (1.504  m)

Ein landschaftlich besonders reizvoller Weg führt zu den Bergwiesen oberhalb des Weilers Ulfas hinauf. Der „Gampen“, wie dieser schön gelegene Landstrich umgangssprachlich genannt wird, breitet sich unterhalb des Platter Berges aus. Dieser ca. 2.230 m hoch gelegene Berg ist auch als Stritzonjoch bekannt. Er hat Eingang in die wissenschaftliche Literatur gefunden, denn die früheste Nachricht über einen vorgeschichtlichen Fund im Passeier geht auf das Jahr 1886 zurück, als eben auf diesem Joch im Jahr 1840 von einem Hirten ein Bronzebeil entdeckt worden war. Es weist bemerkenswerte Verzierungen auf und gehört zu einer Gruppe von Lappenbeilen, die vor allem im inneralpinen Raum verbreitet waren.
Erstaunlicherweise wurde 1899 in „Fulwes am Timblerjoch“, wahrscheinlich abermals in Ulfas, noch eine weitere Beilklinge aus Eisen aufgelesen. Ob die zwei prähistorischen Funde aus der Zeit des 5./4. Jh. v. Chr. (späte Hallstatt- oder frühe Latène-Zeit) von Hirten oder von Jägern stammen, lässt sich nicht sagen. Ein Geheimnis bleibt auch, ob die beiden Beile nur verloren gingen, oder ob sie gar absichtlich als Weihe- oder Opfergaben in der gebirgigen Abgeschiedenheit zurückgelassen worden waren.
Ergiebige archäologische Funde aus der Endbronzezeit wurden vor wenigen Jahren auch in unmittelbarer Nähe, an der Oberen Ulfaser Alm, gemacht. Hier wurden zahlreiche Keramikscherben ausgegraben, die sich vom 12. bis ins 9. Jh. v. Chr. datieren lassen und die zugleich die lange Bewirtschaftung dieser Alm belegen.
Diese meist nur von Einheimischen begangene Landschaft am „Gampen“ erzählt mit den kleinen, verwitterten Heugaden aber auch von der jüngeren, bergbäuerlichen Vergangenheit. Diese Blockbauten aus Holz wurden auf Bergwiesen errichtet, um dort das gemähte Heu einzulagern und bis vor wenigen Jahrzehnten gab es im Tal noch mehr als dreihundert dieser archaischen Kulturgüter. Meistens wurden sie oberhalb der Waldgrenze errichtet und dies bedeutete ein mühsames Herbeischaffen der Baumstämme, Dachschindeln und des notwendigen Zubehörs. Die Bauersfamilien zogen im Sommer für einige Zeit auf diese Bergalmen, um das Heu einzubringen und in den Gaden zu lagern. In den Wintermonaten wurde das Heu ins Tal hinunter gebracht.
Auch wenn es am „Gampen“ keine Einkehrmöglichkeiten gibt, zum Picknick an einem der verwitterten Heugaden empfehlen sich die Bergwiesen allemal und waren es einst noch Hexen, die oben auf dem geheimnisvollen Stritzonjoch ihr düsteres Unwesen trieben, so ist es heute die Landschaft, die einen verzaubert!

Wegbeschreibung: Von Platt führt die Straße hinauf nach Ulfas bis zum großen Parkplatz in der Nähe des Kratzegg Hofs (1.504 m). Dort rechts beginnt die Forststraße zum „Gampen“. Zunächst führt die Straße an den Wiesen des „Hienbrunnen“ vorbei und nach einem Waldstück lichtet sich das Gelände. Stets der Markierung „Gampen“ (1.850 m) folgen. Auf demselben Weg zurück.

von: Astrid Rinner

Ausgangsort: Kratzegg

Gehzeit: Insgesamt 1 ½ Stunden

Höhenunterschied: 346 m

Schwierigkeit: Leicht, mäßige Steigung

Jahreszeit: Im Winter nicht geeignet

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