Bunker Mooseum

Foto: Hubert Gögele, Passeirer Blatt


Ausstellung im Bunker Mooseum

Die Schlangen Südtirols

Entlang der Wanderwege, in der Nähe von Gewässern, am Waldrand, in Wiesen und Feldern; dort trifft man auf Schlangen – und meist erschrickt man im ersten Moment gehörig.

Die Sorgen und Ängste der Menschen gegenüber Schlangen liegen in einer tiefverwurzelten Abneigung und Angst – sehr oft aber in Unwissenheit und Unsicherheit.
Die Ausstellung des Amtes für Naturparks „Die Schlangen Südtirols“, mit lebenden Vertretern der acht heimischen Schlangenarten, gibt es noch bis Ende Oktober 2015 im Bunker Mooseum zu sehen (täglich von 10 bis 18 Uhr, Montag Ruhetag). Dort gibt es fachliche Information und Aufklärung über das nützliche Reptil und Ängste werden entkräftet. Oft reicht es bereits, die Tiere und ihr Verhalten in Sicherheit beobachten zu können, um Scheu vor den beeindruckenden Tieren zu verlieren und Grundlagenwissen hilft, bei der nächsten Begegnung besser zu reagieren. Schlangen sind keine schleichende Gefahr, wie man gemeinhin sagt und das Risiko eines Schlangenbisses ist außerordentlich gering. Sie sind generell sehr scheu und besitzen ein hochentwickeltes cortisches Organ, mit welchem sie Boden-Erschütterungen über weite Strecken wahrnehmen, darunter auch die Tritte eines Fußgängers. Südtirolweit gibt es jährlich höchstens zwanzig Schlangenbisse, davon drei bis vier Giftbisse, tödliche Folgen sind überhaupt nicht dokumentiert. Von den acht hierzulande heimischen Schlangenarten zählen drei zur giftigen Gattung der Vipern: Die Kreuzotter (Vipera berus), Aspisviper (Vipera aspis) und die sehr selten anzutreffende Hornviper (Vipera ammodytes).
Wie man Schlangenbisse vermeiden kann: in unübersichtlichem Gelände nicht barfuß gehen, gutes Schuhwerk tragen und fest auftreten. Kleinkinder nicht an unkontrollierten, unübersichtlichen Orten spielen lassen. Achtgeben, wo man hin tritt, oder sich hinsetzt. Nicht in Gebüsch und Gestrüpp greifen, beim Pilzesammeln das Gebüsch mit einem Stock abklopfen. Wenn man auf eine Schlange trifft, sie am Besten in Ruhe lassen, nicht provozieren, aber auch nicht töten – es sind allesamt geschützte Arten. Das Bunker Mooseum beteiligt sich auch an der Erhebung der Reptilien-Bestände in Südtirol des Vereins Herpeton. Hierfür liegen eigene Beobachtungsprotokolle auf, oder Fotos der wildlebenden Tiere mit Angabe von Ort und Zeit können an info@bunker-mooseum.it geschickt werden.

Führungen durch die Ausstellung „Die Schlangen Südtirols“ können unter der Telefonnummer 0473 648 529 vorgemerkt werden, außerdem finden am 15. Mai und 25. September um 18 Uhr Vorträge zum Thema mit dem Schlangenexperten Ivan Plasinger statt.

Aus dem Passeirer Blatt Nr. 129, Juni 2015

Johannes Haller

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